BURGANLAGE

Ca. 15 km nordwestlich von Regensburg liegt die Burg Wolfsegg, deren ältester Teil nach den neuesten Ergebnissen der Bauforschung aus dem Jahre 1278 stammt. In weiteren Bauphasen um 1325 - 1350, um 1419. im 16. Jahrhundert, um 1721 und im 19. Jahrhundert wurde die Burganlage vergrößert bzw. verändert. Der Anbau des imposanten Treppenturms aus Ziegeln erfolgte im 16. Jahrhundert. Wegen ihrer geringen strategischen Bedeutung wurde sie nie zerstört. Jahrhunderte lang war die Burg Wolfsegg der Sitz von Ministerialen (= Verwaltungsbeamten aus dem niederen Adel) und gehörte verschiedenen Adelsgeschlechtern, angefangen von Wolf von Schönleiten, dem vermutlichen Erbauer und Namensgeber von Wolfsegg, über die Lichtenecker, die Laaberer, die von Eck, die Thumer, Götzengrien und Silbermann bis hin zu den Oberndorfern. Diese schenkten 1886 die zum Teil verfallene Burg der Gemeinde, die sie bis 1933 zunächst als Schule und Lehrerwohnung, später als Domizil für arme Familien nutzte. 1933 kaufte Georg Rauchenberger aus Regensburg Palas und Burghof als Halbruine und rettete sie unter größten finanziellen Opfern vor dem weiteren Verfall. Er gründete 1970 das Kuratorium Burg Wolfsegg e.V., das sich bis heute um die Erhaltung dieses wertvollen Bau- und Geschichtsdenkmals bemüht.

Die anderen Gebäude der ehemaligen Burganlage - die Kapelle und die Türme des äußeren Berings - befinden sich in privatem und kirchlichem Besitz. Im Erdgeschoss befinden sich im ehemaligen Pferdestall ein Ausstellungsraum mit Originalfunden aus der Burg und einer Darstellung der Baugeschichte. Im tiefen Keller, dem ehemaligen Landsknechtskeller, ist heute das Höhlenmuseum untergebracht. Der Burginnenhof ist mit einer Bühne und einer Zuschauertribüne ausgebaut. Unter der Tribühne befindet sich der Pädagogikraum, der auf den Fundamenten einer Küche und eines Nebenraums erbaut wurde. Hier können Schulklassen oder kleinere Gruppen bequem Unterricht halten oder andere Aktivitäten durchführen.

 

Der große Ausstellungsraum im ersten Stock – die ehemalige Stube – wird für wechselnde Ausstellungen verwendet. Gegenüber im Vorraum und der Küche gibt es einen Einblick in Vorratshaltung und Essen im Mittelalter. Kurz vor dem Treppenturm ist der Gang zum Abtritt. Der zweite Stock wird vom Rittersaal dominiert, gegenüber in der Nebenkammer werden die Wolfsegger Minnesänger vorgestellt, in der Kammer daneben wird die Geschichte der Weißen Frau von Wolfsegg, dem Burggespenst erzählt. Im Turm ist das Rauchenberger-Zimmer untergebracht, das an Georg Rauchenberger, den Retter der Burg erinnert. Die Räume unter dem Dach werden als Lager verwendet. Im Sommer finden Fledermäuse in teilweise hohlen Balken ein Tagquartier. Spezielle Dachziegel ermöglichen nachts einen problemlosen Ein- und Ausflug.

BAUGESCHICHTE

Die Burganlage besteht aus Vorburg und Burgkapelle sowie aus der Kernburg mit Palas und Burghof. Vorburg und Burgkapelle werden privat bzw. kirchlich genutzt. Die Kernburg beherbergt die Dauerausstellung und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Bei der Restaurierung der Kernburg von 1984 - 1989 wurde ihre Baugeschichte von Architekt M.Dittmann und Restaurator S. Mühlbauer weitgehend geklärt. Dabei konnte man 6 Bauphasen feststellen und datieren

 

1. Bauphase (um 1278)

Der Palas wurde bis zur Decke des 1. Stockes errichtet, der halbrunde Wehrturm und die Burgmauer in voller Höhe. Die Mauern wurden dünn verputzt, so daß die erhabensten Steine sichtbar blieben. Das Erdgeschoß bestand nur aus einem Raum und besaß eine flache Holzdecke. Die Außenwände des 1. Stockes waren innen mit Holzbohlen verkleidet, die beim Mauern gleichzeitig als Schalung dienten. Es gab keine massiven Innenwände, wahrscheinlich aber Bohlen oder Ständerwände. Der 1. Stock war durch einen hölzernen Anbau erschlossen mit Zugang neben dem heutigen Treppenturm.

 

2. Bauphase (um 1325-1350)

Das Erdgeschoß erhielt das mächtige Bruchsteingewölbe und die Trennwand. Für den nördlichen Raum, den sog. tiefen Keiler, mußte eine Türöffnung nachträglich aufgebrochen werden. Um den "tiefen Keller" besser nutzen zu können, wurde ein Holzpodest eingezogen, das sich noch an den Balkenlöchern und einer Steinkonsole nachweisen läßt.

 

3. Bauphase (um 1403-1410)

Der Palas wurde um ein Geschoß aufgestockt, die Hofseite und die Innenseiten der Burgmauer wurden flächig verputzt. In den beiden Obergeschossen wurde die Querwand nördlich des heutigen Mittelganges errichtet. Der massive hölzerne Türstock im 1. Stock stammt aus dieser Zeit. Im 2. Stock stattete man im Rittersaal die Wände mit einer bunten Rankenmalerei aus. Dies ist der einzige Raum der Burg mit farbiger Fassung.

 

4. Bauphase (16. Jahrhundert)

Zur Erschließung der beiden Obergeschosse wurde an der Ostseite der Treppenturm aus unverputztem Ziegelmauerwerk angebaut. In den Obergeschossen errichtete man die Querwand südlich des Ganges. Alle Räume im 1. Stock des Palas wurden eingewölbt und mit einem Fußboden aus quadratischen Ziegelplatten versehen.

 

5. Bauphase (um 1721)

Der Dachstuhl wurde in seiner heutigen Form als Krüppelwalm errichtet. Der Treppenturm erhielt den Ostgiebel und das Satteldach. Im 1. Stock wurde in der Südwand des Erschließungsganges ein neuer Kamin eingebaut. Im südlich anschließenden Raum befand sich ein Kachelofen, Im 2. Stock teilte man den südlichen Raum. Beide Räume heizte man jeweils mit einem in der Ecke aufgestellten Ofen.

 

6. Bauphase (19. Jahrhundert)

Im 19. Jahrhundert fügte man in der Nordwand des Erschließungsganges im 1. Stock einen neuen Kamin hinzu. Der südliche Raum des 1. Stockes wurde durch eine Zwischenwand geteilt. Im späten 19. Jahrhundert teilte man im 1. Stock noch den nördlichen Raum.

 

7. Bauphase (20. Jahrhundert)

Ab 1933 führte Georg Rauchenberger längst überfällige Sicherungsmaßnahmen durch und rettete damit die Burg vor dem endgültigen Verfall. Die jüngste Restaurierung begann im Jahr 1986. Zunächst wurde ein verformungsgerechtes Bauaufmaß erstellt. Dann folgten eine Befunduntersuchung und eine dendrochronologische Untersuchung eingebauter Holzteile. Die Generalsanierung wurde in den Jahren 1986 - 1989 zügig durchgeführt.

BURGHÖHLE

Es ist seit langem bekannt, dass Fledermäuse die Burghöhle als Winterquartier nutzen. Seit über 30 Jahren wird die Burghöhle im Winter nicht befahren, um den Winterschlaf der Fledermäuse nicht zu stören. Im Herbst 2012 war eine Fledermausexpertin in Wolfsegg, um die bekannten Fledermausarten für das Fledermauskataster in Erlangen zu dokumentieren. Neben Langohrfledermäusen konnte ein Exemplar der Bechsteinfledermaus identifiziert werden. Am 2. März 2013 fand die erste Winterzählung in der Burghöhle durch Experten der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, Abteilung Karst- und Höhlenkunde, statt. Bei einer Außentemperatur von etwa 0°C, 7°C in der Vorhöhle und 9,6°C und 91% Luftfeuchtigkeit in der Höhle konnte neben zwei Fransenfeldermäusen ein großes Mausohr gefunden werden. Außerdem wird bei Befahrungen immer wieder Fledermauskot gefunden. Dies ist der Beweis, dass die Burghöhle ein gutes Winterquartier für Fledermäuse darstellt. Deshalb wird die Burghöhle auch weiterhin im Winter für Befahrungen gesperrt sein.

Im Rahmen einer Untersuchung der Burghöhle durch Experten der FHKF aus Nürnberg wurde im Juni 2016 eine Reihe außergewöhnlicher Höhlentiere in der Burghöhle entdeckt. Hier eine kurze Auflistung:

 

Eingangsbereich (oberer Teil):

- Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides), Kolonie

- Große Höhlenspinne (Meta menardi), z.T. mit Kokon

- Trichterspinne (Agelenidae), wenige

- Scheufliege (Heleomyzidae cf. Heleomyca serrata), zahlreich

- Scheufliege (Heleomyzidae cf. Heteromyza atricornis), zahlreich

- Dungfliege (Scathophagidae), einige

- Stelzmücke (Limonia nubeculosa), zahlreich

- Pilzmücke (Mycetophila sp.), zahlreich

- Langhornmücke (Keroplatidae), einige

- Ringelhörnler (Tomoceridae), zahlreich

 

Übergangsbereich (Eingangsschacht bis Schachtboden):

- Bandfüßer (Polydesmos sp.), pigmentlos, Einzelbeobachtung

- Stelzmücke (Limonia nubeculosa), zahlreich

- Pilzmücke (Mycetophilidae), einige

- Pilzmückenlarve (Speolepta leptogaster), einige

- Zwergspinne (Porrhomma sp.), indirekter Nachweis durch ein entsprechendes Spinnennetz

 

Tiefenzone (weiterführende Teile):

- Kugelspringer (Bourletiellidae), in Pfützen

- Keller-Glanzschnecke (Oxychilus cellarius), nur Gehäuse

- Regenwurm (Lumbricidae), zahlreich, Kolonie in den Bodenpfützen des Spanglerlabyrinths, durchsichtig, lichtempfindlich

- Pilzmücke (Mycetophilidae), einige

- Mikrobakterien, die grünliche Flecken bilden, z.T. über größere Wandbereiche hinweg

- Mikrobakterien, schwärzlich Maeanderstrukturen, stellenweise

- Fledermauskot (kleinere Fledermausart, geringe Mengen)

- rezente Knochen kleinerer Paarhufer

- diverse sonstige rezente Tierknochen (Bärenkeller)

- Schädel (ohne Oberkiefer) und beide Unterkiefer einer Hauskatze (am Ende des Spanglerlabyrinths)

 

Bei einer Forschungstour am 5. August 2018 wurde in der Hummelhalle ein Exemplar der Klasse Diplopoda (vermutlich Blaniulus guttulatus) entdeckt. Dies ist bislang in der Burghöhle noch nicht beschrieben worden.

 

Neben den bereits länger bekannten Springschwänzen (Collembolen) ist dies eine weiter Art von Höhlentieren, die in der Hummelhalle entdeckt werden konnten.

MEHR ZUR WEISSEN FRAU

Berühmt wurde die Burg Wolfsegg durch eine Sagengestalt, nämlich "Die Weiße Frau", deren Lichterscheinung mehrere Zeugen gesehen haben wollen und die nach Aussagen von Medien im Nebenzimmer, der "Weizkammer" ermordet wurde. 

 

An Weiße Frauen wird in ganz Europa geglaubt. Allein in Bayern gibt es mindestens 13. Die Überzeugung, daß Weiße Frauen existieren, die meist als Lichtgestalt in Erscheinung treten, entstammt dem Volksglauben an den "lebendigen Leichnam". In ihrem zuletzt getragenen Gewand, dem weißen Leichenhemd, können diese Verstorbenen, die entweder durch Mord umgekommen sind  oder im Leben große Schuld auf sich geladen haben, keine Ruhe finden. Die Urmutter der Weißen Frauen lebte im 13. Jahrhundert auf der Plassenburg bei Kulmbach. Zu ihren Lebzeiten soll sie ihre beiden Kinder getötet haben. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wird ihre Erscheinung bezeugt.

 

Zu Klara: Der gehörnte Ehemann heuerte zwei Bauernburschen aus dem Dorf an, um seine Frau zu töten. Seitdem soll ihr Geist auf der Burg umgehen. Interessanterweise starb nur kurze Zeit später auch Ulrich von Laaber eines plötzlichen Todes. Ein Racheakt des Hammerherrn Georg Moller? Oder am Ende gar der ruhelos umherwandernden Klara? Wie auch immer Ulrich zu Tode kam, mit ihm starb das Geschlecht der Laaber aus. Die Burg wurde von den Wittelsbachern als oberbayerisches Lehen eingezogen. Wolfsegg verfiel zusehends - als 1933 Georg Rauchenberger die Burg kaufte, war sie nur noch eine Ruine. Ab 1965 wurde die Burg professionell restauriert. Burgwart Franz Hummel hat neun Jahre lang bei Ausgrabungsarbeiten geholfen. Auch hier kam Unerklärliches ins Spiel: Eine Frau, die angab, in Trance den Mord an Klara von Helfenstein gesehen zu haben, half den Archäologen. Heute erstrahlt die Burg in neuem Glanz. Neben einem Museum beherbergt sie jetzt auch jeden Sommer von Mai bis August den "Wolfsegger Burgsommer".

 

Die älteste Sehenswürdigkeit in Wolfsegg ist allerdings nicht die Burg, sondern die große Tropfsteinhöhle unterhalb der Wehranlage. Bis heute ist sie nicht völlig erforscht. Statt dessen wurde auch der unterirdische Teil von Wolfsegg lange Zeit mit übersinnlichen Phänomenen in Zusammenhang gebracht: Immer wieder schienen dumpfe Geräusche von hier an die Oberfläche zu dringen. Die Erklärung ist ganz einfach: Das dumpfe Rumpeln stammte wohl von Wilderern, die das erlegte Wild in der Höhle verbargen - und dabei wohlweislich mehr Lärm als nötig machten. So hielten sich alle von der "Geisterhöhle" fern.

 

Seit eh und je wird in Wolfsegg von der Weißen Frau erzählt. Immer wieder wurde sie nachts auf der Burg als weiße, nebelartige Erscheinung gesehen. Frau Hedwig Pielmeier, die früher in der Burg wohnte, hatte besonders viele Erlebnisse mit ihr. Frau Maria Bach hörte einmal in ihrem Haus neben der Dorfkirche ein Klingeln. Vor dem Haus sah sie niemanden. Als sie zur Burg hinaufschaute, sah sie ein Licht, das hell strahlte und wieder verging. Sie weckte ihren Mann und beide gingen zur Burg hinauf. Dort fanden sie alles verschlossen und finster. Georg Rauchenberger machte 1973 eine eigenartige Beobachtung. Im Burghof, an der Stelle ihres vermeintlichen Grabes, sah er nachts einen hellen, nebelartigen Streifen, der sich langsam auflöste.

Immer wieder stellt sich die Frage: Handelt es sich bei diesen Erscheinungen nur um optische Täuschungen oder steckt mehr hinter der sagenhaften Weißen Frau. In der Geschichte der Burg Wolfsegg gibt es im 14. Jahrhundert ein Ereignis, das uns dazu einige Hinweise geben könnte.

 

Die Sage von der "Weißen Frau von Wolfsegg" hat ihre Wurzeln wohl im 15. Jahrhundert. Dann wäre die "Weiße Frau" die Gräfin Klara von Helfenstein, die zu der Zeit mit dem Burgherren verheiratet war, dem edelfreien Ulrich von Laaber. Das Drama spielte sich wohl folgendermaßen ab: Ulrich war, wie damals üblich, viel unterwegs. Klara, die einen Mann im Hause brauchte, um bei Problemen hart durchzugreifen, ließ sich mit Georg Moller ein, dem Besitzer der Hammermühle von Heitzenhofen. Er war ausgerechnet der Erzfeind Ulrichs. Der gehörnte Ehemann heuerte zwei Bauernburschen aus dem Dorf an, um seine Frau zu töten. Seitdem soll ihr Geist auf der Burg umgehen. Interessanterweise starb nur kurze Zeit später auch Ulrich von Laaber eines plötzlichen Todes. Ein Racheakt des Hammerherrn Georg Moller? Oder am Ende gar der ruhelos umherwandernden Klara?

 

Eine andere Version der Geschichte ist diese: 

 

Ulrich von Laaber hatte Streit mit einem Wittelsbacher Hammerherrn in Heitzenhofen, dessen Hammerwerk er gerne selbst besitzen wollte. Er stiftete seine Frau Klara dazu an, den Hammerherrn zu verführen und zum Verkauf zu überreden. Klara jedoch verliebte sich in den Hammerherrn und betrog ihren Mann, der sie daraufhin in einem Eifersuchtsanfall erstach. Anschließend begrub er sie in einem eckigen Turm im Burghof.

 

Wie auch immer Ulrich zu Tode kam, mit ihm starb das Geschlecht der Laaber aus. Die Burg wurde von den Wittelsbachern als oberbayerisches Lehen eingezogen. Wolfsegg verfiel zusehends - als 1933 Georg Rauchenberger die Burg kaufte, war sie nur noch eine Ruine. Ab 1965 wurde die Burg professionell restauriert. Burgwart Franz Hummel hat neun Jahre lang bei Ausgrabungsarbeiten geholfen. Auch hier kam Unerklärliches ins Spiel: Eine Frau, die angab, in Trance den Mord an Klara von Helfenstein gesehen zu haben, half den Archäologen. Es ist gut möglich, dass Ulrich seine tote Frau im eckigen Turm begraben hat. Die Medien spürten dort ein Ereignisfeld. Georg Rauchenberger hatte an der entsprechenden Stelle das eingangs erwähnte Erlebnis und bei den Ausgrabungen im Burghof fand man dort eine größere Menge Verwesungserde; sie könnte von einem Leichnam stammen.

 

Das Alter oder die Urform einer mündlich überlieferten Sage genau festzustellen, ist sehr schwierig, auch im Falle der Weißen Frau auf Wolfsegg. In der mündlichen Überlieferung in Wolfsegg gibt es die Geschichte von der Weißen Frau schon seit vielen Generationen. Im Jahre 1929 schrieb der Lehrer Joseph Scheidler eine ausführliche Chronik über Wolfsegg, in der er zwar die Sage von unterirdischen Gängen zwischen den Wolfsegger Höhlen und der Burg Laaber erwähnt, jedoch keine Weiße Frau. Die erste schriftliche Nachricht über sie stammt 1952 vom damaligen Burgbesitzer Georg Rauchenberger. Romantisch und sehr phantasievoll bringt er sie mit dem schon damals ausgestelltem Frauengemälde in Verbindung, das sein Vater einmal als Kostümstudie des 16. Jahrhunderts gemalt hatte: "Ist sie die schöne Unbekannte, um die die Sage von der Weißen Frau auf Wolfsegg sich spinnt, die heute noch, nach Jahrhunderten, irdische Ziele sucht, wenn sie hin und wieder als astralisches Leuchten durch die dämmerigen Räume der Burg huscht und schließlich in der Weitzkammer zerfließt?" Zur Popularität der Weißen Frau trug auch ein Raubritterspiel "Die Weiße Frau" von Heribert Günther bei, das 1953 vor der Burg aufgeführt wurde.

 

Kurz nach 1960 erschien die Weiße Frau dem Ehepaar Pielmaier, das als Hausmeister die Burg bewohnte. "Plötzlich tauchte im Geäst des Nußbaums schemenhaft eine weiße Gestalt auf. In der Aufregung holte ich meinen Mann aus dem Bett. Auch er konnte das alles wahrnehmen. Immer wieder erschien das Licht im Burghof - und verschwand dann hinter der Mauer." (Bericht Hedwig Pielmaier) Eingehend erzählte das Hausmeister-Ehepaar Pielmaier von dieser Erscheinung, so daß 1966 ein Regensburger Journalist die Story in der damaligen Wochenzeitung groß herausbrachte. Der Bericht wurde in Auszügen nachgedruckt und drang auch ins Ausland.

 

So kam 1968 der New Yorker Parapsychologe Hans Holzer mit seinem Medium Edith Riedl aus Wien, die das sog. Gobelinzimmer, die heutige Kammer, als "böses Zimmer" bezeichnete. "Das ist der böse Raum.'Hier ist ein Mord geschehen. Ich sehe Männer in mittelalterlicher Kleidung. Am Fenster sitzt eine junge Frau. Sie hat Angst vor den Männern, die auf sie zugehen. Einer ist ihr Ehemann, die beiden anderen sind Gehilfen. Sie werfen die Frau zu Boden, einer sticht sie mit dem Messer nieder." (Bericht Edith Riedl)

 

Nach Hans Holzer und Edith Riedl kamen ein weiteres Medium und auch eine Hellseherin auf die Burg und bestätigten die Erscheinung der Weißen Frau. Auch Georg Rauchenberger begegnete ihr, ebenso bezeugte sie die Familie Bach, die gegenüber der Burg wohnte.

 

In den letzten Jahren stellten die deutsche Presse, Radio und Fernsehen die Weiße Frau von Wolfsegg immer wieder groß heraus. Es erschienen ausführliche Berichte, die zwar auf den Erzählungen der Augenzeigen beruhten, aber immer noch journalistisch überarbeitet worden waren. So wurde die Weiße Frau von Wolfsegg zunehmend mit dem Frauengemälde von Rauchenbergers Vater in Verbindung gebracht. Viele Geschichten von der weißen Frau können natürlich erklärt werden, aber nicht alle.

 

Ein Zeugnis gibt Franz Hummel, der folgende Begebenheit erzählt: "Ich erinnere mich ganz genau, das war der 27. Juni 1973, wir saßen mit dem Herrn Rauchenberger herinnen und haben ein wenig fachgekundelt über die Burg, über die Renovierung der Burg, und dann passiert folgendes: Rauchenberger ging dann plötzlich in den Hof runter und wie er unten war, ein großes Geschrei „kommts runter, kommts runter, jetzt glaub ich’s auch, dass es eine weiße Frau gibt“ und wir sind dann runter und haben dann gesagt: “Ja was hast du dann gsehen?“ Er sagte: "eine phosphorierte Kugel, die dann als Nebel zergangen ist in dem Turmeck."

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Kuratorium Burg Wolfsegg e.V.

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93195 Wolfsegg

Telefon: 09409/1660  
Email: info@burg-wolfsegg.de 

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